Gottesverehrung ist auf Gozo tief verwurzelt; die Anfänge liegen über 7.000 Jahre zurück. In ihrer Vergangenheit hat die Insel eine Vielzahl an Glaubenssystemen erlebt.

Die neolithischen Tempel bei Ggantija waren Andachtstätten, die einer mit üppigen Rundungen gesegneten Fruchtbarkeitsgöttin gewidmet wurden, während es Hinweise auf römische Tempel unter der heutigen Zitadelle in Victoria gibt. Dies sind die Überreste der langen und bewegten Vergangenheit der Insel, während der die Eroberer ihre eigenen Glaubensbräuche bei der hiesigen Bevölkerung durchsetzten.

Von allen Glaubenssystemen hat jedoch die römisch-katholische Religion den bleibendsten Eindruck auf Gozo hinterlassen. Auch heute noch ist die überwiegende Mehrheit der Inselbewohner römisch-katholisch und die hohe Anzahl an großzügig dekorierten Kirchen und Kathedralen sind Beweis für den inbrünstigen Glauben der Einheimischen. Das Läuten der Kirchenglocken, die die Messen ankündigen, sind fester Bestandteil der Geräuschkulisse Gozos.

Ihre religiöse Hingabe lebt auf, wenn die Glaubensgemeinden sich im Sommer damit abwechseln, ihre Stadt- oder Dorf- Festas zu feiern - Feierlichkeiten zu Ehren ihrer jeweiligen Schutzpatrone. Die ausgelassenen Festas sind bekannt für die Zurschaustellung von pyrotechnischen Kunstfertigkeiten bei den Feuerwerken. Die Feierlichkeiten dauern für gewöhnlich eine Woche an und es werden Straßenfeste gefeiert, Blaskapellenmärsche organisiert und die Kirchen mit Lichtern geschmückt. Die Festas sind traditionsreiche Feste, bei denen die Statuen der Schutzpatrone durch die Straßen getragen werden, wobei meist starke Männer um die Ehre bitten, die oft schwere Statue schultern zu dürfen.

Außerhalb der Festa-Saison sind Weihnachten und Ostern die religiösen Highlights des Jahres. Das Osterfest wird demutsvoll und doch voller Leidenschaft begangen. Nach altehrwürdiger Tradition werden Prozessionen durch die Straßen organisiert, während derer Gebete rezitiert werden. Auch Fasten oder der Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol sowie der Besuch von verschiedenen Kirchen am Karfreitag stehen auf dem Programm. Obwohl die Einhaltung von religiösen Gebräuchen auf Gozo groß geschrieben wird, werden Nichtgläubige keine Probleme damit haben, geöffnete Restaurants und Bars zu finden, in denen alles seinen gewohnten Gang geht.

Weihnachten hingegen ist ein weitaus fröhlicheres Fest auf Gozo. Auch die Inselbewohner können sich der Kommerzialisierung nicht erwehren, und so ist das Weihnachtsshopping bei Weitem keine Seltenheit im Dezember. Trotz Allem verliert hier niemand den religiösen Aspekt dieses Fests aus den Augen. Im Fokus der Weihnachtsfeierlichkeiten auf Gozo steht auch die Liebe der Einheimischen für selbstgemachte Weihnachtsszenen mit einer oftmals erstaunlichen Detailgenauigkeit. Liebhaber verbringen oft Jahre damit, ihr eigenes Weihnachtskrippenspiel aufzubauen. Viele Einheimische öffnen auch ihre Türen und laden Besucher dazu ein, ihre kunstvollen Kreationen zu begutachten.

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